Als ich 16 Jahre alt war, arbeitete ich für 3 Monate in einem Alters - und Pflegeheim. Nicht allzu schöne Erinnerungen blieben mir. Ich sah, wie sich die Senioren langweilten, weil sie nichts zu tun hatten, keine Beschäftigung und auch keine Freude mehr am Leben. Wie sollten sie auch? Einige unter ihnen wurden nicht einmal mehr besucht von den Angehörigen. Für das Pflegepersonal blieb zu wenig Zeit, sich intensiver mit den Bewohnern zu beschäftigen. Dies fand ich sehr traurig.
Eine Bewohnerin blieb mir ganz besonders in Erinnerung:
Jeden Morgen beim Aufstehen, dachte sie, sie sei auf ihrem Bauernhof und wollte zu den Tieren, in den Hühnerstall, die Eier holen gehen und sich einfach liebevoll um alle kümmern. Voller Motivation und Tatendrang, war sie. Als sie aber bemerkte, dass sie nicht dort, sondern im Altersheim war, konnte man sehen und spüren, wie traurig sie wurde. Sie wusste nicht, was sie hier tun sollte, wollte nicht da sein und auch ihre Lebensfreude war wieder verschwunden.
Ich habe so viele Ideen gehabt, wie man den Senioren das Leben viel angenehmer und auch Lebensfroher hätte gestalten können. Aber ich war ja nur ein junges Mädchen und hätte mich nie getraut etwas zu sagen. Ausserdem war sowieso immer zu wenig Zeit, alles musste schliesslich schnell gehen.
Ein paar Jahre später, als ich im Tierheim meine Ausbildung zur Tierpflegerin machte, musste ich miterleben, wie Tiere abgegeben wurden, oft auch von Leuten, die in ein Alters- oder Pflegeheim gehen mussten, ihre Lieblinge aber dort nicht erlaubt waren. Das war für den Besitzer, sowie auch für das Tier sehr schlimm.
Auch da ist mir ein ganz Besonderer Fall in Erinnerung geblieben:
Da war dieser Hund… Er war schon 12 Jahre alt und schon so lange bei seinem geliebten Frauchen. Doch leider musste sie in ein Altersheim gehen und durfte ihren treuen Begleiter nicht mitnehmen. So landete er bei uns im Tierheim. Dusty war sein Name. Er war am Verzweifeln, er hat nur geheult und gebellt, bis er heiser war und keine Stimme mehr hatte. Er hat sich seine Pfoten aufgebissen, bis Diese blutig waren. Niemand konnte ihn anfassen, er hat aus Verzweiflung zugebissen. Ich konnte nicht mehr länger zusehen und habe ihn dann mit nach Hause genommen. Dusty durfte bei mir bleiben und konnte dann seine letzte Zeit bei mir noch geniessen.
Diese Geschichten haben Jahre lang in mir gearbeitet. Viele Ideen sind mir durch den Kopf gegangen, wie man dieses, so verbreitete Problem, lösen könnte. «Aber ich bin ja nur ein so kleiner Wurm in dieser Gesellschaft, wie sollte ich denn schon so etwas grosses bewirken können, und dann noch ohne Geld... unmöglich!», habe ich mir immer gedacht. Ein grosser Punkt, der mich von der Idee abbremste, war natürlich der finanzielle Aspekt. «Wenn ich nichts habe, bin ich nichts, kann ich nichts…». Irgendwann kam der Mut in mir hoch, der sagte: «Schwachsinn!! Ich bin nicht allein! Wir sind so viele Leute hier, auf dem Planeten. Wenn wir alle zusammenlegen, dann kann so ein wundervoller Ort entstehen.» Also machte ich mich etwas schlauer und versuchte den Besten Weg zu finden, wie man so eine Idee in die Tat umsetzen könnte. Durch hilfreiche Tipps in meinem Umfeld, bin ich dann auf den Entschluss gekommen, einen Verein zu gründen, um erst einmal Spenden zu sammeln. Der Verein soll, wenn er genügend Spenden erhalten hat, zu einer Stiftung umgewandelt werden. Nur zusammen schaffen wir es, einen wundervollen Ort zu erschaffen, für unsere Senioren und Tiere. Später dann auch für uns selbst.
Ich bedanke mich von Herzen für Eure Spenden!